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Besorgen Sie sich unsere Wanderbroschüre mit den schönsten Wanderungen des Urlaubsgebietes. Nachfolgend finden Sie zwei Wanderungen aus dem reichhaltigem Angebot:a. Mit der böhmischen Eisenbahn....
Da die alte Grenzstadt Furth im Wald nicht nur Straßen- und Wanderübergänge, sondern auch einen Schienenübergang nach Böhmen anbieten kann, beginnen wir unsere Wanderung "zwischen Bayern und Böhmen" mit einer Eisenbahnfahrt von Furth im Wald nach Böhmen. Unser Fahrtziel ist die westböhmische Kreisstadt Domazlice (Taus), eine über 1000 Jahre alte Grenzstadt und "Hauptstadt" des Chodenlandes. Wir verlassen die Eisenbahn beim Bahnhof Domazlice-Mesto, einem kleinen Bahnhof, der nicht weit vom Stadtplatz liegt. Der wunderschöne Stadtplatz überrascht mit seinen Arkaden aus dem 16. Jahrhundert, seinem leicht geneigten Stadtturm neben der barocken kath. Stadtpfarrkirche, dem alten Stadttor und, etwas abseits des Stadtplatzes, der Chodenburg, welche ein sehenswertes Museum des Chodenlandes beherbergt.
Zu lange können wir uns nicht in Domazlice aufhalten, da vor uns noch einige Stunden Wanderung durch Böhmens "Wälder und Auen" liegen. Wir verlassen den Stadtplatz wieder in Richtung des Bahnhofs Domazlice-mesto, und folgen dem Wanderzeichen grün/weiß. Zunächst geht es auf den "fröhlichen" Berg (veselá horá) der Choden, vorbei an der Anna-Kapelle zur Wallfahrtskirche zu Ehren des Hl. Laurentius (Vavrinec). Diese alte Wallfahrt, (Namenstag 10.8.), wurde nach der politischen Wende wieder zum Mittelpunkt des Choden-Festes bzw. der Laurentius-Wallfahrt, welche jeweils in der Nähe des Laurenzi-Tages stattfindet. Musik, Tanz und Kultur im Chodenland, hier werden noch alte Traditionen gepflegt. Bevor wir den "heiligen" Ort verlassen, werfen wir einen Blick zurück auf die Hauptstadt des Chodenlandes, Domazlice oder Taus, wie die Deutschen sagen, und seine Umgebung; bei guter Sicht gelingt sogar ein Blick bis Pilsen. Bald nimmt uns der Wald wieder auf, wir wechseln auf die Markierung rot/weiß, vorbei an einsamen Teichen erreichen wir nach ca. einer Stunde den Bade- und Erholungsort Babylon. Die Badeeinrichtungen am Ufer des großen Badesees erinnern noch an Badetraditionen vergangener Zeiten. Hotels, Gasthöfe, auch Imbiss-Buden bieten Gelegenheit zur Stärkung. Das Gebiet um Babylon ist ein gut frequentiertes Urlaubsgebiet, besonders für Tschechen.
Nach einer Rast und entsprechender Stärkung suchen wir den Wanderweg mit der blau-weißen Markierung, welcher am Bahnhof Babylon vorbei in der Nähe der Bahnlinie Richtung Ceska Kubice verläuft. Noch einmal tauchen wir ein in prächtiges Hochwaldgebiet ein, begleitet vom glasklarem Wasser des Bystrice/Fichtenbach, dessen Wasser weiter über Moldau und Elbe in die Nordsee fließen. Nach ca. einer Stunde erreichen wir den Bahnhof Ceska Kubice, von hier kann man den Zug nach Furth im Wald besteigen. Natürlich besteht für den trainierten Wanderer die Möglichkeit, die Wanderung bis nach Furth im Wald fortzusetzen. Vorbei am Bahnhof, durch den Ort Ceska Kubice folgen wir der blau/weißen Markierung oder dem Rauten-Wappen des Baier-Weges, eines markierten Weitwanderweges von der Donau nach Böhmen, bis zur tschechisch-deutschen Grenze beim Schafberg/Ovci Vrh. Über den Wanderübergang Hochstraße/Ovci Vrch betreten wir wieder heimatlichen Boden, die Drachenstich-Stadt Furth im Wald erreichen wir nach knapp 45 Minuten, WW blaue Raute. Inzwischen kann man sich fast nicht mehr erinnern, wie noch vor wenigen Jahren, zunächst unmöglich, später schwierig, der Übertritt über die Grenze war. Übrigens verbindet die beiden Grenzstädte Furth im Wald und Taus (Domazlice) nicht nur Schiene und Straße, sondern seit 1990 auch eine offizielle Städtepartnerschaft.
b. Der Gibacht, ein interessanter Wanderberg an der Glasstraße
Der Gibacht ist ein breit lagerndes Bergmassiv, das sich in Nord-Süd-Richtung vom Drei-Wappen-Felsen unmittelbar an der bayerisch-tschechischen Grenze über den Kreuzfelsen und das Reiseck bis hinunter in die Further Senke erstreckt. Zu erreichen ist der Gibacht über Straßen von Waldmünchen und Furth im Wald, die zum Wanderparkplatz beim gleichnamigen Berggasthof Gibacht führen.
Ein etwa 5 km langer Rundwanderweg erschließt den gesamten Bergzug in einer Höhenlage von 845 m bis 938 m. Er beginnt links vom Gasthaus und führt in nördlicher Richtung durch leicht ansteigendes Gelände bis zum sogenannten Pfennig-Felsen. Dort ist an einem Felsen ein kleines bewegliches Türchen angebracht, hinter das die Wanderer Münzen einlegen in der Hoffnung, dass sie immer wieder gesund an diesen Ort zurückkehren. Von hier aus bietet sich eine herrliche Aussicht hinunter auf die Stadt Waldmünchen und das Ulrichsgrüner Tal, hinüber auf das hochgelegene Bergdorf Herzogau, weiter zu Burgruine auf dem Schwarzwihrberg bei Rötz sowie auf den Frauenstein oberhalb von Tiefenbach.
Nach dem Pfennigfelsen „schleicht“ der Weg auf einem alten Schmugglersteig bis hin zur Landesgrenze und der Unterstellhütte beim Drei-Wappen-Felsen (901 m). Er hat seinen Namen von den drei Wappen, die dort im Jahre 1766 eingemeißelt wurden und an die Abmarkung der Grenze zwischen Bayern und Böhmen erinnern. Grundlage hierfür war der Grenzvertrag vom 3. März 1764, den die österreichische Kaiserin Maria Theresia (die damals zugleich böhmische Königin war und als solche handelte) und der bayerische Kurfürst Max III. Joseph abgeschlossen hatten und mit dem die jahrhundertelangen Streitigkeiten über den genauen Grenzverlauf unblutig beendet wurden.
Vom Drei-Wappen-Felsen verläuft der Wanderweg auf der Kammlinie in südlicher Richtung allmählich ansteigend bis zu dem wuchtigen Kreuzfelsen, der mit 938 m die höchste Erhebung des Gibacht-Bergzuges darstellt. In den Plansammlungen des Bayerischen Hauptstaatsarchivs in München befindet sich unter der Nr. 1089 eine kolorierte Federzeichnung aus dem Jahre 1581, die das bayerisch-pfälzische Grenzgebiet zeigt, wobei in der Mitte des Höhenzuges ganz deutlich ein aufstehender Felsen zu erkennen ist, der als das „Staindl“ beschrieben wird, dem heutigen Kreuzfelsen. Auf diesem Felsen hat die Bergwacht Furth im Wald im Jahre 1952 ein Gipfelkreuz errichtet. Seither liegt dort ein Gipfelbuch auf, in dem sich die Touristen gerne verewigen.
Nach dem Kreuzfelsen geht es weiter, bis schließlich die südliche Dominante des Bergmassivs Gibacht erreicht wird, das Reiseck (902 m). Von dem dortigen gläsernen Gipfelkreuz, das im Jahre 2005 auf Initiative des Gibacht-Bergwirtes Ralph Wenzel errichtet wurde, öffnet sich ein wunderbares Panorama: der nahe Böhmerwald, die Berge des oberen Bayerischen Waldes, der Osser, der Hohe Bogen, der vom Großen Arber überragt wird, der Kaitersberg und der Haidstein, im Tal die Stadt Furth im Wald, umgeben von den Orten Arnschwang, Eschlkam und Neukirchen beim Heiligen Blut.
Nun wendet sich der Weg nach Westen und führt hinüber zu einem schroffen Felsrücken, dem Tannenriegel. Von seinem höchsten Punkt geht der Blick über Gleißenberg und Lixenried bis hinaus in die Chamer Bucht, bei Sonnenuntergang ein faszinierendes Erlebnis. Nach diesem seelischen Atemholen erfolgt der Rückweg zum Berggasthof Gibacht, der zur abschließenden Einkehr und zur leiblichen Stärkung einlädt.
Geschichtliches über den Gibacht
Der Ort oberhalb des Glashüttendorfes Althütte wird urkundlich erstmals in den Plänen der bayerischen Landesvermessung aus dem Jahre 1832 erwähnt. Er ist dort zunächst unter der Bezeichnung „Jägerhaus“ eingetragen und gehörte den Freiherren Voith von Voithenberg, deren Besitz sich von Herzogau oberhalb von Waldmünchen bis an die Stadtgrenze von Furth im Wald erstreckt. Im Jahre 1895 wird in einer Vermögensaufstellung des Freiherrn Karl von Voithenberg bereits ein Forsthaus am „Gibacht“ erwähnt, für das dann am 30. Januar 1910 eine Konzession zur Einrichtung einer Gastwirtschaft erteilt wurde. Nachdem kein Hinweis vorliegt, dass der Name „Gibacht“ vom Grundbesitzer eingeführt wurde, ist von einer Entstehung durch den Volksmund auszugehen. Die Leute sollten damit wohl auf die nahe Grenze zu Böhmen aufmerksam gemacht werden.Mit den Jahren hat sich die Namensgebung Gibacht schließlich auf den ganzen Bergzug übertragen, dessen einzelne Erhebungen zwar schon Namen wie Drei Wappen, Riegelbaum oder Reiseck hatten, denen aber bis dahin eine einheitliche gipfelübergreifende Bezeichnung fehlte.
In den Nachkriegsjahren und insbesondere in der Zeit des Eisernen Vorhangs war der Gibacht nur vom Westen her zugänglich. Nach dem friedlichen Umsturz der politischen Verhältnisse im Nachbarland Tschechien wurden anfangs 1990 Kontakte zum Tschechischen Touristenklub, Ortsverein Domažlice (Taus) aufgenommen und ein gemeinsames Konzept zur Wiederherstellung der alten grenzüberschreitenden Wanderwege erstellt. Mit der baldigen Einrichtung von Touristengrenzübergängen am Lehmgrubenweg bei Waldmünchen, beim Drei-Wappen-Felsen und an der Hochstraße bei Furth im Wald ist dies auch gelungen. Inzwischen kann die Grenze problemlos überschritten werden, der verantwortungsvolle Wanderer nimmt Rücksicht auf Natur und Tierwelt und nutzt die Wege.
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