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Jedes Jahr am Vormittag des Ostermontag findet in Furth im Wald, der über 900 Jahre alten Grenzstadt im Bayerischen Wald, ein traditioneller Leonhardi-Ritt statt. Es handelt sich um eine mehr als 250 Jahre alte Pferde- und Reiterprozession zu Ehren des heiligen Leonhard, an der Jahr für Jahr mehr als 300 Pferde teilnehmen.
In einem Brief an den Bischof von Regensburg vom 03. Mai 1750 wird erwähnt, daß die gesamte Bürgerschaft sich wegen einer vor 8 Jahren "ungemein grassierenden Viechfahl“ (Viechseuche) .... aus eigenen Mitteln eine Capellen aufmauern und darinnen einen Hochaltar mit der Bildtnuß des Heyl. Leonardi setzen zu lassen, damit durch dessen Vorbitt der allguettige gott uns vor fehrner dergleichen schädlichen übel gnädiglich bewahren wolle .....".
Die Bürger baten also den Bischof um die Erlaubnis, eine Leonhardikapelle (ein Kircherl) an der Hauptstraße bauen zu dürfen. Man nimmt an, daß die damaligen Viehseuchen von Reitertruppen des Pandurenoberst von der Trenck eingeschleppt wurden, die während des österreichischen Erbfolgekrieges (1742) unsere Gegend heimsuchten.
Das Kircherl zu Ehren des hl. Leonhard wurde schließlich 1751 auf dem Bayplatz erbaut, die Erlaubnis zur Meßlesung wurde aber erst nach mehrmaligem Bitten im Jahre 1786 erteilt.
Bis zur Verlegung des Leonhardi-Kircherls im Jahre 1930, sie mußte dem wachsenden Strassenverkehr weichen, gab es in der Grenzstadt keinen organisierten Leonhardi-Ritt. Üblich war bis dahin, daß Bauern und Pferdebesitzer vor dem Taganläuten mit ihren Tieren das Kircherl umritten.
Eine Organisation erfuhr der Umritt erst mit der Fertigstellung des neuen Leonhardi-Kircherls im Jahre 1931. Die Teilnehmer kamen und kommen aus Ortschaften im weiten Umkreis, stellen sich mit ihren Pferden auf der Festwiese auf und reiten, begleitet von Musikkapellen, Kreuz- und Fahnenträgern, Kutschen und Truhenwagen aus der Stadt und den Nachbarorten, der hohen Geistlichkeit bzw. Vertretern der Stadt- und Kirchenverwaltung, durch die Strassen der Stadt. Zu den Höhepunkten zählt neben dem Umritt um das Leonhardi-Kircherl, die anschließende Feldmesse mit allen Teilnehmern auf dem Stadtplatz. Zum Abschluß werden die Pferde gesegnet und an die Teilnehmer geweihte Leonhardi-Brote verteilt.
Warum der Further Leonhardi-Ritt nicht, wie üblich, am Leonhardstag Anfang November stattfindet, sondern jeweils am Ostermontag, kann nicht endgültig geklärt werden; es wird angenommen, dass die Gründe u.a. der Tradition der Osterritte entstammt.
TOURIST-INFORMATION, D 93437 Furth im Wald, Tel.Nr. 09973/50980, Fax Nr. 09973 50985, tourist@furth.de, www.hohenbogenwinkel.de
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